Die Entstehung unserer Terrakotta Krieger

1974 suchten Bauern aus dem Dorf Xiyang nach Wasser und gruben einen Brunnen. Dabei stießen sie auf eine der weltgrößten Grabbauten.

Das Mausoleum von Qin Shihuangdi. Der erste Kaiser von China geboren 259 v Chr. in Handan. 

Er wurde in die Zeit der 7 streitenden Reiche hineingeboren. Mit 13 Jahren bestieg er den Königsthron des Reiches Qin als König Ying Zheng,  besiegte in mehreren Feldzügen seine Rivalen und wurde somit zum Gründer und ersten Kaiser des chinesischen Reiches. Er nannte sich fortan Qin Shihuangdi „Erster erhabener Gottkaiser von Qin“ und gründete damit die chinesische Qin Dynastie mit Xi’an als Hauptstadt. Die Qin Dynastie wurde erst Generationen später von der Han Dynastie abgelöst.  

Das große 56 Quadratkilometer umfassende Mausoleum liegt 36 km entfernt von Xi’an, der ersten Hauptstadt von China. Von hier aus regierte der erste Kaiser von China das Reich und formte die ersten Umrisse des heutigen Landes. 

Der Bau der Anlage dauerte 36 Jahre und begann unmittelbar nach der Krönung Qins zum Kaiser. Es benötigte ca. 700.000 Arbeiter, ehemalige Soldaten und Zwangsarbeiter, die aus dem ganzen Reich zusammengezogen wurden.

Über 8.000 Krieger, Pferde und Streitwagen aus Ton, Bronze und Holz wurden seither ausgegraben. Die Ausgrabungen sind noch lange nicht beendet. Es wurde etwa erst ein Viertel der Anlage freigelegt. Trotzdem hat man bisher ca. 40.000 Waffen gefunden, was die Größe der Grabanlage nur erahnen lässt.

Alle Krieger und Pferde unterscheiden sich in den Gesichtern, Haaren und der Formgebung. Jeder  Soldat ist ein Unikat. Keine zwei sind in der Haltung, ihren Gesichtszügen oder Ausstattungsdetails gleich.  

Archäologen vermuten dass die damaligen Töpfer die Soldaten der Qin-Armee als Modelle genommen haben. So schauen uns aus den Gesichtern der Soldaten Menschen an, die zur damaligen Zeit tatsächlich gelebt haben.

Der Grabhügel selbst, in dem der erste Kaiser von China untergebracht ist, wurde noch nicht angetastet. Er wird erst in einigen Jahren geöffnet. Bisher kann nur vermutet werden, was darin gefunden wird.

Der Historiker Sima Qian beschrieb in seinem von 109 bis 91 v. Chr. geschriebenen Werk die Grabhalle wie folgt:

Unter dem Hügel wurden die Flüsse des großen Reiches wie der Gelbe Fluss und der Jangtse sowie die Meere aus Quecksilber nachgebildet und mit einem Mechanismus in fließender Bewegung gehalten. Die Decke wurde von den Konstellationen des Himmels geschmückt, der Boden mit einer Darstellung des Landes.

Messungen ergaben dass die Grabhalle 63 Meter tief ist.  Tatsächlich wurden mittlerweile mit Hilfe moderner Messmethoden hohe Quecksilberkonzentrationen im Berg nachgewiesen. Kaiser Qin Shihuangdi hat sich sein ganzes Reich mit in sein Grab genommen.  

 

 

 

Unsere Terrakotta Krieger werden ebenfalls in Xi’an hergestellt und sind aus dem gleichen Ton gefertigt wie die des ersten Kaisers.

 

Der Ton wird mit Wasser vermischt, damit er formbar und geschmeidig wird. Diese Masse wird in die Formen gepresst, um zunächst 24 Stunden zu trocknen. Erst dann kann die Form abgenommen werden. Nach dem Zusammenfügen der einzelnen Teile wie des Rumpfes, der Beine und Arme werden mit Fingern, Messern und anderen feinen Werkzeugen die Feinheiten in den jetzt trockenen Ton eingearbeitet.

 

Haare, Falten und Panzerung erhalten so ihre individuelle Form. Auch unsere Krieger unterscheiden sich. Keiner ist gleich.

Jetzt werden die Figuren zunächst bei etwa 60 – 70 Grad Celsius 72 Stunden gebrannt, um dann noch einmal 48 Stunden bei 1200 Grad Celsius nachgebrannt zu werden. Insgesamt sind die großen Figuren also 120 Stunden im Brennvorgang.

 

Der Brennraum wird im Anschluss nur wenig geöffnet, um ein langsames Abkühlen der Figuren über weitere 48 Stunden zu gewährleisten. Jetzt können die Figuren von Hand geschliffen und poliert werden, bevor sie ihre Farbe aufgetragen bekommen.

 

 

Die Materialstärke ist beeindruckend. Ein Terrakotta Krieger in der Größe von 2 Metern wiegt schon mal 200 bis 220 kg.