Die Geschichte des Porzellans

Chinesisches Porzellan stellt einen hohen Anteil an Kunst und Kultur Chinas dar.

Die Anfänge der Porzellanherstellung lassen sich nur schwer datieren. Erste Datierungen gehen auf die Han Dynastie 100–200 n. Chr. zurück.

 

Porzellan besteht aus Kaolin, Quarz und Feldspat.

Der Unterschied von Porzellan gegenüber anderen Keramiken ist nicht die hohe Brenntemperatur, wie häufig angenommen wird. Der wesentliche Unterschied liegt im Sinterverhalten durch die Zusammensetzung des Scherbens. Der Feldspatanteil im Porzellan schmilzt während des Brennvorganges, jedoch kristallisiert er beim Abkühlen aufgrund seiner Zähigkeit nicht wieder aus. Porzellan enthält also, ähnlich wie Glas, eine unterkühlte Schmelze. Andere Keramiken wie Steinzeug oder Steingut bilden rein kristalline Sintergefüge aus. Diese Besonderheit führt bei manchen Porzellanen, besonders bei dünnen Wandstärken, zu einer gewissen Lichtdurchlässigkeit.

 

Das Dekor Blau-Weiß

In China symbolisiert Blau die Mächte des Himmels und der Unsterblichkeit. Blau ist die Farbe der Ferne, der Weite und der Unendlichkeit aber auch des Vertrauens und der Verlässlichkeit.

 

Weiß ist die Heimat des Lichtes, das alles Sichtbare gebiert. Diese Vorstellung durchzieht die meisten Religionen dieser Welt. Am Anfang war das Nichts, aus ihm gebar sich alles, sagen die heiligen Bücher der Asiaten. In den östlichen Kulturen wie China ist weiß das Symbol für Alter, Weisheit und Herbst.

 

Die blaue Farbe besteht aus einem Gemisch aus Cobaltoxid und Wasser und wird in der Unterglasurtechnik vor der Glasierung auf den Scherben(die Porzellanmasse) aufgetragen.

Zunächst importierte man den Farbstoff aus verschiedenen Ländern wie Persien und Sumatra.

Gegen Ende der Ming-Dynastie entdeckte man zentral gelegene Vorkommen in den heimischen Provinzen Jiangxi und Guandong.

Das erste Blau-Weiß-Porzellan in Unterglasurtechnik soll in der Tang-Dynastie entstanden sein.

 

Beim Dekor herrschten zunächst vor allem geometrische, ornamentale und florale Motive vor, in geringerem Umfang auch Drachen, Vögel und Fische. Später nahm die Dichte des Dekors ab, dafür legte man größeren Wert auf eine Gliederung in ein Zentralmotiv und peripherere Ornamentbänder und -friese.

Mitte des 16. Jahrhunderts etablierten sich neben dem klassischen Dekorschatz schließlich auch Landschaftsmotive und Szenen aus dem Hofleben.

 

Andere Stilrichtungen

Die Periode der drei Kaiser von 1662 bis 1796 gilt als die letzte große Blütezeit der klassischen chinesischen Kultur.

Während man die Herstellungstechnik der Ming-Dynastie beibehielt, ergänzte man die Bemalung zum Überglasur-Dekor. An die Stelle des Blaus-Weiß-Stils trat in deren Regierungszeiten eine ganze Reihe von Stilrichtungen.

Die famille verte, bei der die namensgebende grüne Farbe hauptsächlich durch etwas Eisenrot ergänzt wurde.

Die famille jaune, eine Abwandlung der famille verte mit gelbem Untergrund

Die famille rose, die hauptsächlich Rosa - und Purpurtöne verwendet und das ganze 18. Jahrhundert über dominierend bleiben sollte.

Die Technik

 

Nach dem Mischen der Materialien Kaolin, Quarz und Feldspat wird das Gemisch portioniert und auf dem Drehteller zum Rohling geformt.

 

Nach dem Aushärten der weichen Masse werden die Formen geschliffen und entgratet.

 

 

Auf diesen Scherben werden dann mittels Schablonen und Linealen die Grundmuster übertragen, welche dann mit unterschiedlichsten Pinseln bemalt werden.

 

Nach dem Bemalen wird die Glasur aufgetragen. Im Brennofen werden die Körper dann bei 1250° je nach Größe bis zu 12 Stunden gebrannt.  

 

 

Erst nach dem Brennen zeichnen sich die wahren Motive ab und Fehler werden sichtbar.

 

Die Ausbildung zum Porzellanmaler dauert 3 Jahre. Die Arbeit benötigt eine absolut ruhige Hand und eine sehr hohe Konzentration, da Fehler nicht korrigiert werden können. Der Druck auf den Pinsel und die Geschwindigkeit der Führung bestimmt dabei die Farbintensität. Kein Pinselstrich kann ausgebessert werden. Ist doch einmal ein Ausrutscher passiert, kann bestenfalls nur noch das Motiv angepasst werden. Daher unterscheiden sich alle Porzellanvasen untereinander und sind somit Unikate.

Aber das ist es auch, was Handarbeit ausmacht, oder?